Jubiläumspresse geht nach Polen
Harburg-Freudenberger feiert weiteren Meilenstein in der Unternehmensgeschichte / Übergabe der 2.000sten Hochleistungs- Schneckenpresse an Bunge-Gruppe
Hamburg-Harburg –Sie ist blau, leistungsstark, zwei Meter mal sechs Meter groß und mit 18 Tonnen Stahl ein echtes Schwergewicht – die Rede ist von der zweitausendsten Schneckenpresse der Harburg-Freudenberger Maschinenbau GmbH. Am 20. Juni wurde die Hochleistungsmaschine vom Typ EP 20 im feierlichen Rahmen an die Vertreter der Bunge-Gruppe übergeben. Sie wird am Werksstandort Polen für die Produktion von Biodiesel aus Rapsöl eingesetzt.
Top-Produkt für Top-Kunden
Die Bunge-Gruppe ist weltweit eines der größten Handels- und Verarbeitungsunternehmen von Öl- und Getreidesaaten und langjähriger Kunde von Harburg-Freudenberger. „Für uns gibt es keine Alternative zu Schneckenpressen aus Harburg, denn sie sind zuverlässige Leistungsträger unserer Produktionsbetriebe“, meint Mariusz Szeliga, Direktor des Bunge-Werkes im polnischen Brzeg, in dem die Jubiläumsschneckenpresse zum Einsatz kommen wird. Am Standort Polen wird überwiegend Rapsöl produziert, um den steigenden Bedarf an Biodiesel vorwiegend auf dem deutschen Markt zu decken. Erst kürzlich hat die Bunge-Gruppe ihre Verarbeitungskapazitäten in mehreren europäischen Werken erweitert und dabei insgesamt sechs Schneckenpressen von Harburg-Freudenberger geordert. Insgesamt betreibt die Bunge-Unternehmensgruppe über 500 Fabriken und beschäftigt weltweit 25.000 Mitarbeiter.
Rasantes Wachstum
Durch die zunehmende Verknappung fossiler Brennstoffe kommt der Gewinnung biologischer Energieträger wieder verstärkte Bedeutung zu. Starkes Wachstum ist besonders im Markt für Biodiesel aus Rapsöl zu verzeichnen. Als Weltmarktführer bei Schneckenpressen, der Schlüsseltechnologie zur Herstellung pflanzlicher Energieträger, profitiert die Harburg-Freudenberger Maschinenbau GmbH von diesem Boom. „Der Auftragsbestand ist nach Jahren moderater Entwicklung ab Mitte 2003 sprunghaft angestiegen“, erläutert Günter Simon, Geschäftführer von Harburg- Freudenberger. „Dementsprechend ist auch der Umsatz im Geschäftsbereich Speiseöltechnik um mehr als 200% angestiegen.“
Produktion deutlich gesteigert
Wie rasant sich momentan die Marktentwicklung vollzieht, verdeutlichen die Meilensteine in der Produktion. Die eintausendste Harburger Schneckenpresse wurde im Jahr 1969 produziert. Danach vergingen 37 Jahre bis zur Übergabe der zweitausendsten Schneckenpresse in 2006. Das entspricht einem Produktionsvolumen von 27 Maschinen im Jahresdurchschnitt. Doch bereits im letzten Jahr verließen 40 Schneckenpressen das Harburger Werk. In diesem Jahr werden es schon 50 Pressen sein und wenn die positive Entwicklung auf dem Markt pflanzlicher Energieträger weiter anhält, rechnet Geschäftsführer Günter Simon sogar mit einer Verdoppelung des derzeitigen Produktionsvolumens.
Innovation für weiteres WachstumUm den Wachstumsprozess zu meistern, hat Harburg-Freudenberger 20 zusätzliche Ingenieure eingestellt. Denn neben der Optimierung von Produktionsabläufen, Vertrieb und Marketing sieht das traditionsreiche Hamburger Unternehmen die Hauptaufgabe für die Zukunft darin, mit Innovationen seine führende Position auf dem Weltmarkt zu festigen und weiter auszubauen. Fünf Prozent vom Umsatz des Unternehmens gehen daher in die Forschung und Entwicklung. „Die nächste Generation noch leistungsfähigerer Schneckenpressen steht bereits in den Startlöchern“, sagt Günter Simon. Er möchte aber noch keine technischen Details verraten, da die Qualitätsprodukte „Made in Germany“ auch bei Produktpiraten überall auf der Welt besonders beliebt sind.
Zuverlässige Qualität
Zuverlässigkeit, Bedienungsfreundlichkeit, hohe Durchsatzleistungen und Entfettungsgrade sowie langlebige Verschleißteile begründen den guten Ruf der Maschinen aus Hamburg-Harburg, die im Markt immer noch als „Krupp- Pressen“ bekannt sind. Doch schon kurz nachdem das Unternehmen im letzten Jahr von ThyssenKrupp an die Lübecker Possehl Holding veräußert wurde, hat sich der neue Unternehmensname in Fachkreisen etabliert.
Hochleistungsfähig
Die Jubiläums-Schneckenpresse vom Typ EP 20 kann bis zu 30 Tonnen Saatgut in der Stunde verarbeiten und somit 70 Mio. Liter Öl im Jahr produzieren. Neben Rapssaat können die meisten der bekannten Ölsaaten wie z.B. Sonnenblumensaat, Leinsaat, Maiskeime, Distelsaat, Sojabohnen, Palmkerne und Kopra problemlos verarbeitet werden. Der Produktionsprozess ist denkbar einfach. In einem geschlossenen Stahlmantel rotiert eine Endlosschraube bzw. –schnecke. Sie verdichtet und presst das eingefüllte Saatgut bis das eingekapselte Öl herausgepresst und aufgefangen werden kann. Doch die mechanische Entölung von Saatgütern ist nur ein Anwendungsgebiet der Schneckenpressen. Sie finden auch in der chemischen Industrie, bei der Tierkörperverwertung, in der Abfallwirtschaft und überall da Verwendung, wo größere Mengen Fest- und Flüssigstoffe getrennt, entwässert und getrocknet werden.
Weltweit führend
Die Harburg-Freudenberger Maschinenbau GmbH ist mit 1.060 Mitarbeitern weltweit eines der führenden Maschinenbau- und Dienstleistungsunternehmen in den Bereichen Gummimischtechnik, Kautschuktechnik und Speiseöltechnik. Mit Produktionswerken in drei Ländern (Deutschland, Kroatien und USA) sowie Standorten und Vertretungen auf der ganzen Welt konnte im letzten Jahr ein Umsatz von über 175 Mio. Euro erwirtschaftet werden. Seit Sommer 2005 gehört das Unternehmen zur Lübecker Possehl Gruppe. Mehr Informationen zum Unternehmen und den Produkten erhalten Sie unter www.harburg-freudenberger.de.


